Donnerstag, 6. August 2009

Die SEO-Zukunft: Ein paar Prognosen

Google schlägt hohe Wellen, und Microsoft klingelt. Ok. Das sollte lustig sein. Vielleicht haben jetzt nur die Insider ein bisschen den Mundwinkel vor Vergnügen zucken lassen. Es geht um Googles Wave und Microsofts (und bald auch Yahoos) Bing. Ich persönlich finde, dass gerade der Zug in die SEO-Zukunft abfährt, und hoffentlich sind wir alle mit dabei:

Microsoft will sich mit Bing ein Riesenstück aus dem Suchenkuchen (sorry, schon wieder ein Wortspiel...) beißen, Yahoo spart sich noch zu Tode und Google wirkt bei dem Spiel wie Igel und Hase gleichzeitig (Sie könnten sich zurücklehnen und ganz langsam machen, sie sind trotzdem immer erster). Aber wie wird es ausschauen? Hier ein paar Annahmen, wie die Suchmaschinen-Zukunft aussehen wird:

  • Real time Search wird kommen: Trendbeobachtung aus Microblogging und Blogging wird in Suchtreffer einfließen und vielleicht ganz besonders bei der Newssuche sehr wichtig werden. Hier sehe ich eine echte Chance für Medienunternehmen, z.B. für TV und Print.
  • Cuil, Wolfram|Alpha und weitere Suchmaschinen werden nur Nischenanbieter bleiben. Google werden sie nicht gefährlich werden, aber für Bing und Yahoo werden sie eine Gefahr sein.
  • Trotz aller Vorbehalte: Für Bing sehe ich einen größeren Anteil als den momentanen (aus Live und MSN zusammengerechneten). Bing wird Yahoos Anteil in einigen Ländern absorbieren und wahrscheinlich auch Google einiges abnehmen. (Fragt sich dabei nur, wie es für Yahoo in Japan aussehen wird...?). Besonders in den Bereichen local, shopping und travel search sollte Bing gute Chance haben.
  • Der mobile (Ad)-Traum wird kommen. Endlich sind die Flatrates verfügbar, endlich können die Endgeräte das Internet gut darstellen, endlich sind die Datentransfergeschwindigkeiten hoch genug, dass mobiles Internet ein Massenphänomen werden kann - und damit auch der Startschuss für Mobile Ads fallen kann.
  • Hohe Relevanz wird auch im kommenden Jahr neben sauberer externer Verlinkung noch der Hauptgarant für gute Sichtbarkeit in Suchmaschinen sein. Da wird sich kurzfristig kaum etwas ändern. Semantik (LSO) und andere linguistische Spielchen (Kollokation) können noch nicht zum Hauptinhalt für Optimierungsarbeiten gezählt werden. Aber ihre Zeit wird kommen.
  • Rich Media wird größeren Einfluss auf Suchergebnisse haben. Gerade hier eröffnet sich der Werbewirtschaft eine Zusammenarbeit zwischen der Werbeklassik (klassischen Werbeagenturen) und den Media-Agenturen - und auch den Performance-Marketing-Agenturen. Letztere werden vielmehr eine zentralere Rolle als E-Commerce Enabler erhalten, um ihr Marketing ins Online-Marketing zu transformieren. Denn wir wollen ehrlich sein: Werbekampagnen ohne digitale Verlängerung ins Internet werden bald der Vergangenheit angehören. Auch der traditionellste Werbekunde wird irgendwann den digitalen Draht zu seiner Zielgruppe finden und auf Performance-Marketing setzen. Viele werden dazu eine Agentur mit Digitalerfahrung benötigen (egal, wie viel Schorsch zu diesem Thema noch röben wird).
  • Social Media wird die Art und Weise des Werbevortrags ändern: Werber, die sich mit dem Megaphon hinstellen und undifferenziert in die Menge hineinshouten, werden als Spammer nicht ernst genommen oder sogar ausgesprochen feindselig behandelt. Vielmehr heißt es für alle Werber: 1. Zuhören. 2. Nachdenken. 3. Mitreden. Werbung 2.0 muss sich in den Kommunikationsfluss einklinken und inspirierend wirken, damit über etwas gesprochen/gebloggt werden kann.


So, jetzt kann das Jahr 2010 ruhig kommen. Ich bin vorbereitet. Und Ihr?

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